Landes­weites Busmonitor-Interface neu definiert

NAH.SH

Einheitliche Busmonitore für ein ganzes Land: barrierefreie, verständliche und kontext­basierte Fahrgastinformation, die Orientierung in Schleswig-Holsteins Nahverkehr einfacher macht.

  • 46

    analysierte Busmonitore

  • 12

    Proband:innen im Accessibility-Test

  • 24

    unterschiedliche Szenarien abgedeckt

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    analysierte Busmonitore

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    Proband:innen im Accessibility-Test

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    unterschiedliche Szenarien abgedeckt

Wie erreichen Fahrgastinfos wirklich alle?

Mit dieser Frage startete das Projekt zur nutzerzentrierten Neugestaltung der Busmonitore. Ziel war es, ein Interface zu entwickeln, das Orientierung, Sicherheit und Vertrauen vermittelt – technisch realisierbar, anschlussfähig an neue Mobilitätsangebote und übertragbar von SMILE 24 auf ganz Schleswig-Holstein.

Ein Blick in die Busse von Schleswig-Holstein zeigt: Die aktuelle Informationsdarstellung ist für Fahrgäste eher verwirrend als hilfreich. Unterschiedliche Designs, uneinheitliche Darstellungen der sogenannten „Perlschnur“, kleine Schriftgrößen und geringe Kontraste machen es insbesondere Menschen mit Einschränkungen schwer, sich schnell zu orientieren. Die Darstellung variiert stark zwischen den verschiedenen Verkehrs­unternehmen – was gerade für Gelegenheits­fahrende oder Tourist*innen zur echten Herausforderung wird.

  • Person steigt mit Stofftasche in einen modernen Linienbus an einer Haltestelle ein.
  • Rückansicht mehrerer Fahrgäste in einem Bus; zwei Personen sitzen nebeneinander und unterhalten sich, umgeben von hellen und blauen Lichtreflexen im Innenraum.

Kontextanalyse:
Auf breiter Grundlage starten

Bevor der erste Pixel gestaltet wurde, stand eine umfassende Kontextanalyse:

  • Eine Benchmark-Analyse untersuchte die Interfaces anderer Verkehrsanbieter.

  • Eine Umfrage bei Verkehrsunternehmen klärte technische Anforderungen und Machbarkeit.

  • Beobachtungsstudien und Interviews lieferten ein realistisches Bild von Nutzungsanforderungen im Bus.

  • Fachgespräche mit Expert*innen der DB und Verkehrsunternehmen vertieften das Verständnis für operative Herausforderungen.

  • VDV-Mitteilung und Normen stellten sicher, dass Standards berücksichtigt wurden.

All diese Erkenntnisse flossen in das Design und in ein Ziel: Eine Fahrgastinformation auf den Busmonitoren, die auf dem Stand der Technik ist und sich zugleich an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientiert.

Design Vision:
Vertrautheit durch Analogie mit dem Smartphone

Das neu gestaltete Interface orientiert sich bewusst an vertrauten Gestaltungs­mustern aus Smartphone- und Wearable-Welten. Diese Anlehnung an alltägliche Interfaces sorgt für schnelle Wieder­erkennbarkeit und senkt die Einstiegshürde – gerade für Nutzergruppen, die auf einfache und klare Informationen angewiesen sind.
Ob beim Einsteigen, während der Fahrt oder beim Ausstieg: Das Design gibt Orientierung – unaufdringlich, aber zuverlässig.

Während wir eine sofort einsetzbare Version designt haben, wurden ebenso Elemente für die Zukunft vorgesehen. Diese kommen ins Spiel, sobald beispielsweise flächen­deckende Echtzeitdaten zugänglich sind. Diese Vision dient als Leitstern, um die Bestrebungen aller Stakeholder in die gleiche Richtung zu lenken. So stellen wir sicher, dass wir uns trotz der aktuellen Limitierungen und Herausforderungen stets weiterentwickeln und verbessern.

Das Bild zeigt Aufnahmen von verschiedenen Monitoren der NAH.SH mit Icons und Symbolen.

Usability Testing:
Gemeinsam Hürden mit Fahrgästen aufdecken

Das finale Usability Testing wurde mit einer inklusiven Zielgruppe durchgeführt. Zwölf Fahrgäste mit unterschiedlichen Seh­beeinträchtigungen und kognitiven Einschränkungen waren eingeladen. Durchgeführt wurde das Usability Testing direkt im Bus, auf dem Betriebsgelände der Autokraft. Über ein animiertes Video wurde das neue Interface realitätsnah simuliert. Die Evaluation kombinierte verschiedene Methoden: Think-Aloud-Verfahren, Strukturierte Beobachtung und halbstrukturierte Interviews.
 
Rekrutiert wurden die Teilnehmenden über den Private Pool derNAH.SH. Der Pool wurde 2021 gegründet unter dem Motto: Tester*innen für den Nahverkehr. Seitdem liefert er kontinuierlich echte, vielfältige Nutzereinblicke für die Weiterentwicklung von NAH.SH-Services.

Zwei Personen sitzen im Linienbus, eine macht sich Notizen in einem Block, die andere zeigt nach vorne auf den Busmonitor.
Person mit Notizblock sitzt im Linienbus und befragt konzentriert einen älteren Fahrgast.

Ausblick:
Die Weichen für die Umsetzung stellen

Die neue Busmonitorgestaltung ist modular und skalierbar, bereit für den Einsatz bei Verkehrs­unternehmen in ganz Schleswig-Holstein, allen voran die Autokraft und die Lübecker Stadtwerke. Angepasst an das jeweilige Corporate Design, für die Fahrgäste jedoch im immer gleichen, vertrauten Layout, denn echte Orientierung entsteht durch Wiedererkennung.

Anzeige in einem öffentlichen Bus, die die nächste Haltestelle „Gravelottestraße“ und weitere Stopps mit Minutenangaben zeigt. Rechts daneben befindet sich eine digitale Karte mit der aktuellen Position des Busses.

Anne Ziegler UX Project Manager

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